Was ist die ÖH

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) vertritt die Interessen von mehr als 300.000 Studierenden an österreichischen Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Privatuniversitäten. In diesem Abschnitt findest du einführende Informationen über die Aufgaben, Struktur und Arbeitsweise der ÖH.

Aufgaben der ÖH

Die ÖH unterstützt Studierende und vertritt ihre politischen Interessen. Daraus ergibt sich eine Vielzahl an Aufgaben, die die ÖH auf Bundesebene und an 56 Hochschulen in Österreich erfüllt. In Salzburg nimmt die ÖH u.a. die folgenden Aufgaben wahr:

Beratung und Hilfe für Studierende

  • MaturantInnenberatung
  • Beratung für Studierende zu Themen rund um Studiums & Leben
  • Erstellung von Broschüren und anderen Info-Materialien
  • Betreiben von Online-Börsen für Wohnen, Jobs, Nachhilfe, Bücher u.ä.
  • Hilfe für Studierende in finanzieller Not
  • Automatische ÖH-Unfall- und Haftpflichtversicherung für alle Studierenden bei Unfälle an der Uni

Kultur & Debatte

  • Workshops, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen
  • Sensibilisierung für Themen wie etwa Antirassismus, Gleichberechtigung von Frauen, Nachhaltigkeit
  • Herausgabe der vierteljährlichen ÖH-Zeitschrift „unipress“
  • Kooperationen mit Salzburger Kulturstätten
  • Veranstaltungen wie Studifeste und interkulturelle Kochabende
  • Abhaltung von Fortbildungsseminaren und Schulungen
  • Alternative Ideen konkret umgesetzt (z.B. Lebensmittelkooperative)
  • ÖH-Clubs für die Hobbys von Studierenden
  • Projektfördertopf um studentische Initiativen zu unterstützen

Politische Vertretung

  • Mitbestimmung in Arbeitsgruppen der Uni, z.B. im Senat, Fakultätsräten, Curricularkommissionen und Fachbereichsräten
  • Verhandlungen mit dem Rektorat der Uni sowie mit Stadt und Land Salzburg (z.B. zu Wohnen und Mobilität in Salzburg)
  • Medienarbeit und öffentliche Protestaktionen
  • Zusammenarbeit mit NGOs und anderen lokalen und regionalen Organisationen

Struktur

ÖH Bundesvertretung

Die ÖH Bundesvertretung setzt sich auf Österreich-Ebene für Studierende ein. Sie vertritt Studierendeninteressen gegenüber der Bundesregierung und erfüllt eine Vielzahl an Aufgaben, die auf Bundesebene am besten aufgehoben sind. So produziert die Bundesvertretung hilfreiche Broschüren für Studierende, organisiert die ÖH-Versicherung (mit der Studierende für Unfälle an der Uni automatisch unfall- und haftpflichtversichert sind), betreibt Öffentlichkeitsarbeit, vergibt Stipendien für Studierende in Not, gibt die Zeitschrift „Progress“ heraus, unterstützt studentische Projekte und vieles mehr. Außerdem vernetzt die Bundesvertretung die einzelnen Vertretungen an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen.

Ab 2015 wird die ÖH Bundesvertretung wieder direkt von den rund 300.000 Studierenden in Österreich gewählt. Dabei werden 55 MandatarInnen über politische Listen gewählt, die dann wiederum den Vorsitz und die ReferentInnen der ÖH Bundesvertretung wählen.

Universitätsvertretung der ÖH Salzburg

An jeder der 21 Universitäten in Österreich gibt es eine Hochschulvertretung. An der Uni Salzburg ist dies die ÖH Salzburg. Sie umfasst die Universitätsvertretung, 4 Fakultätsvertretungen und 34 Studienvertretungen. Die Universitätsvertretung besteht aus einem Studierendenparlament (15 MandatarInnen, die zweijährlich von den Studierenden über politische Listen gewählt werden und aus deren Mitte ein Vorsitzteam gewählt wird), den Vorsitzenden der Fakultätsvertretungen mit beratender Stimme und Antragsrecht sowie die Referentinnen und Referenten mit beratender Stimme und Antragsrecht für die Angelegenheiten ihres Referates.

In der ÖH Salzburg bilden die Grünen & Alternativen StudentInnen (GRAS) und der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) seit 2009 eine Koalition in der ÖH Universitätsvertretung. Die Mehrzahl der MitarbeiterInnen in der ÖH Universitätsvertretung sind politisch unabhängig.

Fakultätsvertretungen

In der ÖH Salzburg gibt es für jede der vier Fakultäten eine ÖH-Fakultätsvertretung (Kultur- und GesellschaftswissenschaftenNaturwissenschaftenRechtswissenschaftenTheologie). Die Fakultätsvertretung hat die Aufgabe, die Studienvertretungen (StVen) an der jeweiligen Fakultät zu unterstützen und miteinander zu vernetzen. Des Weiteren können die Fakultätsvertretungen mit ihren Budgets eigene Veranstaltungen organisieren, Förderungen für Studierende bereitstellen oder sonstige Projekte initiieren.

Die Fakultätsvertretungen werden alle zwei Jahre von den jeweiligen MandatarInnen der betreffenden Studienvertretungen gewählt. Das aktive Wahlrecht haben nur die neu gewählten StV-MandatarInnen. Passiv wahlberechtigt sind alle Studierenden der jeweiligen Fakultät. Die Fakultätsvertretungen umfassen bis zu 11 MandatarInnen, die aus ihrer Mitte ein Vorsitzteam der Fakultätsvertretung wählen.

Studienvertretungen

Eine Studienvertretung (StV) vertritt die Studierenden einer Studienrichtung. Die StV ist eine wichtige Anlaufstelle für Studierende bei studienspezifischen Fragen oder Problemen. Die StVen vertreten die Studierendeninteressen in Gremien wie der Curricularkommission und dem Fachbereichsrat. In der ÖH Salzburg gibt es 34 StVen. Jede StV umfasst ein Team von Studierenden, die sich ehrenamtlich engagieren. Bei den zweijährlichen ÖH-Wahlen werden 3-5 StV-MandatarInnen direkt von den Studierenden der jeweiligen Studienrichtung gewählt. Zusätzliche MitarbeiterInnen können nach Bekanntgabe beim Vorsitzteam der ÖH Salzburg jederzeit in das StV-Team aufgenommen werden. Die Höhe des Budgets, über das eine StV im Rahmen der Finanzgebarung frei verfügen kann, hängt von der Anzahl der Studierenden ab.

Heimvertretungen

Die Heimvertretung vertritt die Interessen der BewohnerInnen von Studierendenheimen. Die Heimvertretung wird im Oktober eines jeden Jahres von den BewohnerInnen des jeweiligen Heims gewählt. Gemäß Studentenheimgesetz umfasst die Heimvertretung mind. 3 Personen. Das Team der Heimvertretung vertritt die Interessen der BewohnerInnen gegenüber dem Heimträger und fördert ein lebendiges Heimleben, z.B. durch die Organisation von Heimfesten oder Filmabenden. Gibt es von einem Heimträger mehrere Studi-Heime, so können die betreffenden Heimvertretungen eine/n HeimsprecherIn wählen.

ÖH an Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Privatuniversitäten

An Fachhochschulen und Pädagigischen Hochschulen bestehen eigene Vertretungen im Rahmen der ÖH. Während die FH- und PH-Vertretungen bisher nicht unabhängig von der ÖH Bundesvertretung arbeiten konnten, sind sie (ab einer Größe von 1.000 Studierenden) ab 2015 eigenständige Körperschaften öffentlichen Rechts. Außerdem werden ab 2015 auch die Studierenden an Privatuniversitäten erstmals der ÖH angehören. In Salzburg sind von diesen Neuerungen die Studierenden an der FH Salzburg, der PH Salzburg, der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität und der Privatuniversität in Seekirchen betroffen.

Arbeitsweise

Demokratische Wahlen

Die ÖH ist keine hierarchische Behörde, sondern eine demokratische Organisation. Wahlen spielen daher eine Schlüsselrolle in der ÖH. Durch demokratische Wahlen können die Studierenden bestimmen, wer in zentralen Stellen der ÖH arbeiten. Außerdem können sie so die inhaltliche Stoßrichtung der ÖH-Arbeit vorgeben.

Die ÖH-Wahlen werden alle zwei Jahre im Mai abgehalten. Dabei sind mehr als 300.000 Studierende wahlberechtigt. Sie können ihre Studienvertretung (StV) ihres Studiums direkt wählen, indem sie für einzelne KandidatInnen stimmen. Die gewählten StV-MandatarInnen wählen dann wiederum die jeweilige Fakultätsvertretung. Für die Hochschulebene wählen die Studierenden verschiedene politische Listen. Diese bilden die „Hochschulvertretung“ (das Studierendenparlament der jeweiligen Hochschule), die den ÖH-Vorsitz und ReferentInnen wählt, die für die Umsetzung der ÖH-Arbeit zuständig sind. 2015 wird erstmals seit einem Jahrzehnt auch die ÖH-Bundesvertretung direkt gewählt. Auch hier gilt das Listenwahlrecht, d.h. man wählt keine einzelnen Personen, sondern studentische Gruppierungen. Die StudierendenvertreterInnen sind immer für 2 Jahre gewählt. Diese Periode nennt man „Funktionsperiode“. Die aktuelle Funktionsperiode läuft von 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2019. Am Ende einer Funktionsperiode beginnt die Amtszeit jener StudierendenvertreterInnen, die zwei Monate zuvor gewählt wurden.

Rechenschaftspflicht

Alle Teile der ÖH werden direkt oder indirekt gewählt. Jede Wahl ist gewissermaßen ein Auftrag, im Sinne der WählerInnen zu arbeiten. Die StudierendenvertreterInnen auf allen Ebenen (Bundesebene, Hochschulebene, Fakultäts- und Studienvertretung) sind ihren Studierenden gegenüber rechenschaftspflichtig. Es gibt mehrere Mechanismen, um die Arbeit der ÖH zu überprüfen.

  • Tätigkeitsberichte: Alle ÖH-Organe müssen regelmäßig über ihre Arbeit berichten. Das erfolgt mündlich in Sitzungen. Außerdem werden die schriftlichen Berichte regelmäßig online veröffentlicht.
  • Einsichtsrechte: Gewählte MandatarInnen können jederzeit Einsicht nehmen in die Unterlagen des jeweiligen ÖH-Organs. Das bezieht sich auf alle schriftlichen Unterlagen, insbesondere zu Budget und Buchhaltung.
  • Direkte Anfragen: Alle Studierenden können sich mit Fragen an ein ÖH-Organ wenden und so mehr über dessen Tätigkeiten und Mittelverwendung erfahren.

Budget

Mit dem ÖH-Beitrag von 19,20 Euro, den alle Studierende pro Semester bezahlen, kann die ÖH unabhängig von Universität, Regierung und SponsorInnen arbeiten. Mit dem Sonderbeitrag von 70 Cent finanziert die ÖH außerdem eine Unfall- und Haftpflichtversicherung, die alle StudentInnen automatisch bei Unfällen und Schäden an der Uni schützt. In begründeten Fällen, zB bei finanzieller Not, können Studierende beim ÖH-Vorsitz eine Rückerstattung des ÖH-Beitrags für das betreffende Semester beantragen.