Wie funktioniert die Uni?

Die Universität Salzburg besteht aus einer relativ komplexen Struktur. Für eine effektive Studierendenvertretung ist es notwendig, zu verstehen, wie die Uni funktioniert. Wer weiß, wer welche Entscheidungen trifft, kann die eigenen Anliegen und Standpunkte wirksamer einbringen.

Organisationseinheiten der Uni Salzburg

Fakultäten

Die Fakultät ist eine Organisationseinheit, die ähnliche Disziplinen und Studienrichtungen zusammenfasst. An der Uni Salzburg gibt es vier Fakultäten:

  • Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät (12 Fachbereiche)
  • Naturwissenschaftliche Fakultät (8 Fachbereiche)
  • Rechtswissenschaftliche Fakultät (5 Fachbereiche)
  • Katholisch-Theologische Fakultät (4 Fachbereiche)

Die Fakultäten erfüllen vor allem Planungs- und Koordinationsaufgaben in Bezug auf das Lehrangebots der ihnen zugehörigen Fachbereiche sowie der gemeinsamen Studienangebote. Jeder Fakultät steht eine Dekanin oder ein Dekan (mit StellvertreterInnen) vor. Diese DekanInnen werden vom Rektorat für jeweils 4 Jahre und auf Vorschlag der ProfessorInnen der jeweiligen Fakultät ernannt. Die DekanInnen repräsentieren die Fakultät nach außen, koordinieren die Fachbereiche, koordinieren den Prüfungsbetrieb, beauftragen und betrauen Lehrende mit der Abhaltung von Lehrveranstaltungen und erledigen Verwaltungsaufgaben der Gesamtfakultät, zB die Bestätigung freier Räume für Veranstaltungen.

Fachbereiche

Die Fachbereiche sind neben den Fakultäten die Grundelemente der Universität. Es gibt 29 Fachbereiche, die den Fakultäten zugeordnet sind (zB die Fachbereiche Geschichte, Anglistik und Biologie), und 3 „interfakultäre Fachbereiche“ (Geoinformatik, Gerichtsmedizin und Sportwissenschaft). Die Fachbereiche organisieren das Lehrangebot für die einzelnen Studienrichtungen, erledigen Verwaltungsaufgaben und verhandeln mit dem Rektorat über Personal, Finanzen und ihre Aufgaben.

Jeder Fachbereich hat eine/n FachbereichsleiterIn, der/die vom Rektorat auf Vorschlag der ProfessorInnen des jeweiligen Fachbereichs ernannt wird. (Der Mittelbau wird daran nicht beteiligt.) FachbereichsleiterInnen können vom Rektorat auch wieder abberufen werden. Die Funktionsdauer der Fachbereichsleitung endet gleichzeitig mit jener des Rektorats. Die Fachbereichsleitung leitet die laufenden Geschäfte des Fachbereichs. Der Fachbereichsrat, dem Studierende, Mittelbau und ProfessorInnen angehören, hat dabei lediglich eine beratende Funktion.

School of Education

Die School of Education setzt sich überwiegend aus wissenschaftlichen MitarbeiterInnen in vier disziplinären Schwerpunkten (Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Pädagogik/Bildungswissenschaft, Schulpraxis) zusammen, die in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung tätig sind. Sie gehören der School of Education ausschließlich oder durch Doppelzuordnung (Fachbereich und School of Education) an.

Die School of Education wird geleitet von einem Direktorium, bestehend aus einer Direktorin/einem Direktor und max. zwei StellvertreterInnen, das wissenschaftliche und organisatorische Aufgaben übernimmt. Das Direktorium ist für die Erstellung, Verhandlung und Umsetzung der Zielvereinbarungen mit dem Rektorat verantwortlich und sorgt für die Ressourcenplanung und -verteilung innerhalb der School of Education. Der/die DirektorIn wird vom Rektorat aus dem Kreis des Direktoriums auf Vorschlag der ProfessorInnen ernannt, die der School of Education angehören. Die School of Education verfügt über einen Rat, dem die Direktorin/der Direktor als Vorsitzende/ Vorsitzender vorsteht. Dem School of Education-Rat kommt eine beratende und stellungnehmende Funktion zu. Diese übt er in allen Angelegenheiten aus, welche die School of Education betreffen.

Schwerpunkte

Schwerpunkte sind Forschungsnetzwerke, die aus Mitgliedern verschiedener Fachbereiche bestehen und sich mit einem definierten Themenbereich befassen. An der Uni Salzburg sind derzeit 3 Schwerpunkte eingerichtet: Das „Salzburg Centre of European Union Studies“, das „Centre for Cognitive Neuroscience“ und das „Allergy-Cancer-BioNano Research Centre“. Auch universitäre Lehre und Nachwuchsförderung können in Schwerpunkten einen Platz finden. Schwerpunkte sind nur befristet eingerichtet und werden circa alle 5 Jahre evaluiert. Schwerpunkte werden vom Rektorat auf Antrag von Uni-Angehörigen eingerichtet. Dafür sind Gutachten von mind. 2 externen ExpertInnen einzuholen. Der Senat hat ein Recht auf Stellungnahme, der Unirat auf Genehmigung. Der/die LeiterIn eines Schwerpunktes wird vom Rektorat auf Vorschlag der ProfessorInnen, die dem Schwerpunkt zugeordnet sind, bestellt.

Besondere Einrichtungen

Die Uni Salzburg hat mehrere Organisationseinheiten, die keinen der oben genannten Typen zugeordnet werden können. Sie sind befristet eingerichtet und müssen normalerweise nach 5 Jahren evaluiert werden. Das Personal, das so einer Einrichtung zugeordnet ist, ist nur befristet zugeordnet/eingestellt. Die Schaffung solcher Einrichtungen erfordert einen Antrag des Rektorats. Der Senat hat ein Recht auf Stellungnahme, der Unirat ein Recht auf Genehmigung oder Ablehnung des Antrags.

Derzeit gibt es an der Uni Salzburg 10 Besondere Einrichtungen, zB das Literaturarchiv Salzburg und das Österreichisches Institut für Menschenrechte.

Leitungsorgane der Uni Salzburg

Rektorat

Das Rektorat ist eines der 3 Leitungsorgane der Uni Salzburg. Es besteht aus dem Rektor und derzeit 4 VizerektorInnen. Heinrich Schmidinger ist seit 2001 Rektor der Uni Salzburg. Derzeit sind Vizerektorate eingerichtet für:

  • Forschung (Fatima Ferreira-Briza)
  • Lehre (Erich Müller)
  • Internationale Beziehungen und Kommunikation (Sylvia Hahn)
  • Qualitätsmanagement und Personalentwicklung (Rudolf Feik)

Dem Rektorat unterstehen alle Einrichtungen der Universität. Das Rektorat hat u.a. folgende Aufgaben:

  • die Universität nach außen zu vertreten
  • Erstellung des Organisations- und Entwicklungsplanes für die Universität
  • Budgetverhandlungen mit der Bundesregierung
  • Verhandlung der Zielvereinbarungen mit den Fachbereichen und Fakultäten
  • Bestellung der LeiterInnen von Organisationseinheiten (wie FachbereichsleiterInnen)
  • Evaluierungen
  • Aufnahme der Studierenden
  • Einrichtung und Auflassung von Studien, Untersagung von Curricula
  • Einrichtung des Berechnungs- und Berichtswesens
  • Erstellung des Budgetvoranschlages zur Vorlage an den Uni-Rat und Budgetzuteilung
  • Erstellung der Wissensbilanz und des Rechnungsabschlusses

Der/die RektorIn wird auf 4 Jahre gewählt. Vor der Wahl wird spätestens 4 Wochen nach der Ausschreibung eine Findungskommission eingerichtet. Diese umfasst die Vorsitzenden von Uni-Rat und Senat. Die Findungskommission hat die Aufgabe, geeignete KandidatInnen zu finden und Bewerbungen zu prüfen. Abschließend übermittelt sie dem Senat einen (nicht bindenden) Dreiervorschlag. Der Senat stimmt danach über den Dreiervorschlag ab und leitet ihn dem Unirat zur Beschlussfassung weiter. Eine Alternative zur Wahl besteht in der Wiederwahl amtierender RektorInnen: Mit einem Zweidrittel-Beschluss von Senat und Unirat kann ihre Amtsperiode um eine weitere Periode ohne Ausschreibung verlängert werden.

Senat

Der Senat ist das höchste Organ, das direkt von den Uni-Angehörigen gewählt wird. Es umfasst 26 Mitglieder. Davon sind 6 Studierende, 6 Mittelbau-Angehörige, 13 ProfessorInnen und 1 VertreterIn des nicht-wissenschaftlichen Personals. Der Senat trifft sich ca. 3x im Semester zu Sitzungen, um Aufgaben u.a. in den folgenden Bereichen wahrzunehmen:

  • Genehmigung von Curricula
  • Einrichtung von Curricular-, Berufungs- und Habilitationskommissionen
  • Stellungnahmen zum Organisationsplan und Entwicklungsplan
  • Genehmigung von Änderungen der Satzung
  • Ehrungen
  • Erstellung eines Dreiervorschlages für die Wahl der Rektorin oder des Rektors

Die 6 studentischen Senatsmitglieder werden auf Basis der ÖH-Wahl-Ergebnisse entsendet.

Nähere Informationen zum Senat sind hier abrufbar.

Unirat

Der Unirat ist eine Art Aufsichtsrat der Uni Salzburg. Seine Aufgabe besteht darin, die Tätigkeiten des Rektorats und der Universität als Ganzes zu kontrollieren. Der Unirat genehmigt den Entwicklungsplan, den Organisationsplan, die Entwürfe für Leistungsvereinbarungen und für Gestaltungsvereinbarungen sowie die Geschäftsordnung des Rektorats. Außerdem wählt der Unirat den Rektor oder die Rektorin auf Basis des Dreiervorschlages des Senats. Der Unirat kann auch das Rektorat abberufen. Der Unirat besteht aus 7 Mitgliedern, von denen 3 vom Senat der Uni Salzburg gewählt und 3 von der Bundesregierung entsandt werden. Das siebte Mitglied wird von den übrigen sechs kooptiert.

Die Uniräte wurden mit dem Universitätsgesetz 2002 eingeführt. Seitdem wird kritisiert, dass Uniräte starken Einfluss auf die Entwicklung der Universitäten ausüben, ohne demokratisch legitimiert zu sein. Den Uniräten wird nachgesagt, die Ausrichtung der Universitäten an wirtschaftlichen Zwecken und Arbeitsweisen zu verstärken.

Nähere Informationen zum Unirat findest du hier.

Finanzströme an der Uni Salzburg

Leistungsvereinbarungen

Die Universitäten werden vor allem durch öffentliche Mittel finanziert. Alle drei Jahre schließen die Universitäten sogenannte „Leistungsvereinbarungen“ mit dem Bundesministerium für Wissenschaft ab. Diese Leistungsvereinbarungen legen fest, wie viel Geld die jeweilige Universität pro Jahr erhält. Sie enthalten ebenso genaue Informationen, welche Leistungen die Universität im betreffenden Zeitraum erbringen soll. Die Entwürfe der Leistungsvereinbarungen werden von den Rektoraten erstellt und von den Uniräten genehmigt.

Als Grundlage für die Leistungsvereinbarungen dienen die Gesamtuniversitären Entwicklungspläne. Die Entwicklungspläne skizzieren die zukünftige Entwicklung einer Universität für jeweils drei Jahre. Darin sind Angaben enthalten, wie sich die Hochschule in Bezug auf ihre Lehre, Forschung, Verwaltung, Struktur und Arbeitsweise entwickeln sollte. Die Entwicklungspläne werden vom Rektorat entworfen und an alle Universitätsangehörigen zum Feedback ausgeschickt. Auch der Senat hat ein Recht auf Stellungnahme. Studienvertretungen können ebenfalls Stellung beziehen und ihren Standpunkten Gehör verschaffen. Die letzte Gelegenheit dazu war Ende 2014.

Zielvereinbarungen

Zielvereinbarungen sind Vereinbarungen, die zwischen dem Rektorat und den einzelnen Organisationseinheiten der Uni (zB Fachbereiche und Fakultäten) abgeschlossen werden. Die Zielvereinbarungen regeln, welche Aufgaben die jeweilige Organisationseinheit in den kommenden 3 Jahren zu erfüllen hat und welche Mittel dafür bereitgestellt werden. Grundlage der Zielvereinbarungen sind die Entwicklungspläne der einzelnen Organisationseinheiten. Daher erstellt jeder Fachbereich einen Entwicklungsplan für die nächsten 3 Jahre. Die Zuständigkeit dafür liegt bei der Fachbereichsleitung. Der Fachbereichsrat (in dem auch Studierende vertreten sind) hat ein Recht, dazu Stellung zu beziehen. An dieser Stelle können sich auch Studienvertretungen in den Prozess einbringen.

Weitere Einrichtungen

Betriebsräte

Die Interessen der Bediensteten an der Uni Salzburg werden von zwei Betriebsräten vertreten. Der Betriebsrat für das wissenschaftliche Universitätspersonal vertritt die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der Lehrenden und Forschenden. Der Betriebsrat für das allgemeine Personal vertritt die Anliegen der übrigen Bediensteten, zB in der Universitätsbibliothek, der Verwaltung und in den Sekretariaten.

Die Aufgaben der Betriebsräte sind u.a.:

  • Überwachung der Einhaltung der Rechtsvorschriften
  • Intervention im Interesse der ArbeitnehmerInnen
  • Informations- und Beratungsansprüche
  • betriebliche Frauenförderung
  • Errichtung und Verwaltung von Wohlfahrtseinrichtungen
  • Mitwirkung in sozialen Angelegenheiten
  • Mitwirkung in personellen Angelegenheiten

Link zum Betriebsrat für wissenschaftliches Personal

Link zum Betriebsrat für das allgemeine Personal

Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen

Der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen hat die Aufgabe, Diskriminierungen auf Grund des Geschlechts durch Organe der Universität entgegenzuwirken und unterstützt die Universität bei der Umsetzung ihres gesetzlichen Auftrages zur Gleichbehandlung. Entsprechend dem Universitätsgesetz und dem Frauenförderungsplan der Uni Salzburg handelt der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen unabhängig und weisungsfrei und ist zu sämtlichen Personalaufnahmeverfahren der Universität beizuziehen.

Der AKG bietet auch Beratung für von Diskriminierung Betroffene an:

Webbereich des AKG

Referentin: Tanja Vogl

Email: akg@sbg.ac.at

GendUp

Das GendUp ist eine Einrichtung an der Uni Salzburg, das genderspezifische Aktivitäten an der Uni Salzburg bündelt, den Studienschwerpunkt „Gender Studies“ koordiniert, Wissenschaftlerinnen unterstützt und Projekte zur Stärkung von Frauen in Berufspositionen fördert.

Zu den konkreten Aufgaben des GendUp zählten:

  • Koordination der Lehre im Bereich Gender Studies
  • Aufbau eines Lehrkörpers für Gender Studies durch interne Vernetzung
  • Vernetzung mit externen universitären und außeruniversitären Wissenschafterinnen auf nationaler sowie internationaler Ebene
  • Realisierung weiterführender Projekte zur Stärkung der Berufspositionen von Frauen in der Wissenschaft im Sinne einer wissenschaftlichen Nachwuchsförderung (Coaching, Mentoring,…)
  • Beratung von Studierenden, AbsolventInnen und Lehrenden

Das GendUp bietet auch spezielle Förderprogramme und Workshops sowie Stipendien und Preise für Studentinnen und angehende Wissenschafterinnen. Das GendUp verfügt auch über eine eigene Bibliothek und ein Zines-Archiv.

Link zum GendUp